Internationaler Tag der Frauengesundheit

Fast scheint es wie ein Aufatmen. Der Frühling ist da. Die Bäume stehen im frischen Grün, die Blumen in den Beeten und Balkonkästen sprießen, die Amseln singen und die Tage sind lichter. Es ist die Jahreszeit, die schon in vorchristlicher Zeit für Auferstehung und Neuanfang steht, in der die Natur erwacht.

Nach den Monaten der Ausgangsbeschränkungen, der Angst um seine Gesundheit und die seiner Angehörigen, des Home-Schooling und des Home-Office scheint es mit den aufgehobenen Coronabeschränkungen wieder Hoffnung zu geben. Die Corona-Krise hat unser Land einem Stresstest ausgesetzt.  Vielfach gelobt für ihren Einsatz, wurden vor allem Frauen besonders gefordert und unter schwierigsten Bedingungen in tradierte Rollenmuster zurückgedrängt. Für sie bedeutete es, massive Alltagslasten durch die häusliche Betreuung der Kinder, die reduzierte Arbeitszeit und die damit verbundenen finanziellen Einbußen. Die strukturellen Benachteiligungen von Frauen sind nicht neu.  Und doch haben Frauen in dieser Krise wieder einmal mehr gezeigt, was sie leisten.

Sie gehören zu den Benachteiligten der Pandemie, wird in einer Erwerbstätigenbefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung vom April 2020 festgestellt. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK berichteten die Frauen seit der Pandemie von vermehrten psychosomatischen Beschwerden wie z.B. Schlafproblemen oder Schmerzen, erhöhtem Stressempfinden und Sorgen (www.dak.de/dak/download/forsa-studie-2266768.pdf). Diese Ausgangslage macht auch vor den Kindern und dem gesamten Familiennetz nicht halt und trifft Alleinerziehende mit wenig Unterstützungsnetzwerken besonders.

Ohne Frage, das Engagement für die tatsächliche Gleichberechtigung in Arbeit und Wirtschaft gilt es voranzubringen, denn schon die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen trägt maßgeblich zur Gesunderhaltung und letztlich zur Gleichstellung der Geschlechter bei.

Auf der individuellen Ebene lädt der Frühling zu Aufbruch, Wandel und Neubeginn ein. Das gibt Hoffnung und hilft neue Lösungen zu finden. Es kann Kraft geschöpft und auf die letzten Monate zurückgeschaut werden. Dazu können Fragen gehören, wie: was war in den letzten Monaten besonders stärkend und wohltuend, was gilt es beizubehalten? Wo ist die Familie enger zusammengerückt und welche Begegnungen und welche professionellen Hilfsangebote waren besonders wichtig?   

Aber auch welche Stressfaktoren gab es und wie kann ihnen begegnet werden?  Es lassen sich nicht alle Schwierigkeiten und Ereignisse vorwegsehen und wir wissen nicht, was uns der Herbst bringen wird. Aber zu wissen, was gut ist und stärkt, fördert die eigene Widerstandskraft vor allem, wenn Rückschläge oder Überforderung drohen.

Die aktuellen Angebote zur Stärkung der Mütter des FMGZ MEDEA e. V. finden Sie auf unserer Homepage www.medea-dresden.de/frauengesundheitszentrum/

Kontakt:

Anne Dschietzig und Jana Giersberg (Mitarbeiterinnen im Frauengesundheitszentrum)