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§ 219 a endlich abgeschafft!

Das Gesetz stammt noch aus dem Jahr 1933, als Frauenkörper als Gebärende funktionalisiert wurden und so Bevölkerungspolitik betrieben wurde. Jegliche Verbreitung und Förderung von Erklärungen und Informationen zum Schwangerschaftsabbruch im Allgemeinen wurde verboten. Bei Nichteinhaltung drohte eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Die Frauenärztin Kristina Hänel wurde am 24. November 2017 vom Amtsgericht Gießen verurteilt, weil sie in ihrer Praxis Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt und öffentlich darauf hingewiesen hatten. Auch andere Gynäkolog*innen wie z.B. Bettina Gaber und Detlef Merchel wurden bestraft. Mutige Ärztinnen wie Bettina Gaber und Kristina Hänel hatten gegen dieses Werbeverbot Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Die ersatzlose Streichung des Paragrafen 219 a StGB wurde am 24. Juni 2022 vom Deutschen Bundestag beschlossen und tritt am 19. Juli in Kraft. Es war ein langer Weg: die damalige große Koalition hatte erst Anfang 2019 einen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt. Dieser erlaubte lediglich, dass auf Angebot des Schwangerschaftsabbruchs hingewiesen werden durfte. Mehr aber auch nicht. Denn weitere Informationen waren verboten und galten als Werbung. Diese Lösung wurde von mehreren Sachverständigen als unzureichend kritisiert und stattdessen die Streichung aus dem StGB befürwortet. Trotz der Einwände wurde dieser Gesetzesentwurf umgesetzt.

Ein langer politischer Kampf geht nun zu Ende. Ärztinnen und Ärzte können Informationen über Schwangerschaftsabbrüche bereitstellen, ohne Strafanzeigen und Verurteilungen fürchten zu müssen. Zuvor hatte die Gesetzeslage die Ärzteschaft stigmatisiert. Immer weniger entschieden sich, diesen Eingriff überhaupt anzubieten.

Ungewollt Schwangere wünschen sich laut Pro Familia direkte Beratung und wollen nicht über die Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert werden. Weiterhin suchen sie bereits am Anfang ihres Weges zum Schwangerschaftsabbruch Informationen und nicht erst, wenn sie in der gynäkologischen Praxis oder in der Beratungsstelle sind.

Die Streichung des § 219 a StGB erleichtert es den Praxen und Kliniken auf Ihren Webseiten Informationen zu hinterlassen und Frauen können gut informiert autonom ihre Entscheidungen treffen.

Neues Gesetz zur Frauengesundheit in Spanien

In Spanien wurde vor wenigen Tagen ein neuer Gesetzessentwurf zur „Frauengesundheit“ eingereicht. Frauen, die unter schmerzvollen Regelschmerzen leiden, sollen drei bis fünf zusätzliche staatlich finanzierteKrankheitstage erhalten.

Mit diesem Gesetzespaket sind noch weitere Aspekte der Frauengesundheit verbunden. So sollen unter anderem alle Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel Schulen und Universitäten, verpflichtet werden, kostenlos Tampons und Binden bereitzustellen und auch die Mehrwertsteuer auf einige Damenhygieneartikel soll entfallen.

Ähnliche Angebote unterbreiten auch andere Länder wie z.B. Japan, Südkorea und Indonesien und auch in Europa wurde 2017 ein ähnliches Gesetz in Italien geplant. Allerdings wurde dieser Gesetzesentwurf nach langer Diskussion verworfen, weil es die Sorge gab, Frauen würden am Arbeitsplatz diskriminiert.

In Deutschland ist es grundsätzlich möglich, wegen Periodenbeschwerden von der Arbeit auszusetzten und sich arbeitsunfähig schreiben zu lassen. Allerdings nutzen nur wenige Frauen diese Regelung wirklich. Jedes Jahr stellen die Krankenkassen die jährlich erfassten Diagnosen aller Versicherten und auch der Erwerbstätigen vor. Blickt man auf den Gesundheitsreport der TKK für das Jahr 2021, so standen im Vorjahr neben Covid für die 5,5 Millionen TKK- Versicherten, vor allem psychische Diagnosen (21,8 %) an erster Stelle. Diese werden dicht gefolgt von Erkrankungen des Muskelskelettsystems (18,4 %) und Erkrankungen der Atmungssysteme (11,3 %).

Auch bei der AOK wurden in der Zeit von März 2020 bis Juli 2021 ähnliche Diagnosen konstatiert. Auch wenn die Erkrankungszahlen der 14,1 Millionen Versicherten unterschiedlich gewichtet sind, stehen die Muskel- und Skeletterkrankungen mit 22,1 % an erster Stelle und werden gefolgt von psychischen Erkrankungen (12 %) und an dritter Stelle von Atemwegserkrankungen mit 11,8 %.

Dennoch leiden laut der TKK besonders junge Frauen unter 20 Jahren an Menstruationsbeschwerden. So sind 10 von 100 Frauen in ihrem Alltag stark beeinträchtigt. Diese Schmerzen müssen nicht ausgehalten, sondern sollten im Gegenteil ärztlich abgeklärt werden. Leider treffen Frauen immer wieder auf Meinungen, Regelschmerzen seien als „naturgegeben“ hinzunehmen.

Aber es gibt auch einige Unternehmen, die eigene Regelungen auf den Weg brachten, berichtet die Frankfurter Zeitung. Konzernen wie Nike bieten den „Menstrual Leave“ schon seit 2007 im unternehmensinternen an. Die meisten anderen Unternehmen mit ähnlichen Angeboten sind junge Start-ups, die den Menstruationsurlaub als Benefit für Arbeitnehmerinnen sehen – Everdrop aus München zum Beispiel, die nachhaltige Haushaltsmittel produzieren.

Auch der der Kondomhersteller Einhorn aus Berlin und die Hamburger Werbeagentur Elbdudler haben dieses System bereits vor Jahren eingeführt – und keiner der Beschäftigten nutzt es aus. Im Schnitt gönnt sich jeder von ihnen 30 Tage Urlaub. „Wir wollen nicht vorgeben, wann es okay ist, zu Hause zu bleiben oder nicht“, sagt Einhorn-Sprecher Markus Wörner gegenüber zeit.de. 

Auch The Female Company aus Berlin, ein Start-up, das Periodenunterwäsche und Tampons herstellt, bietet seinen Mitarbeiterinnen passenderweise die Möglichkeit, sich aufgrund ihrer Periode offiziell krankzumelden. Einen anderen Weg geht die Kommunikationsagentur Styleheads aus Berlin mit ihren 120 Beschäftigten an zwei Standorten. Dort besteht seit einem Jahr die Möglichkeit, Periodentage zu nehmen und sich abzumelden – ohne Krankschreibung. Das System erfasst diese Tage nicht, offiziell sieht es so aus, als würden die Betroffenen arbeiten. Man wolle die Hürde, sich aufgrund von Menstruationsbeschwerden abzumelden, so niedrig wie möglich gestalten, sagt Anna Forssman, die Projektmanagerin, der tz.

Neben der Frage, ob ein solches Gesetz in Deutschland Geschlechtergerechtigkeit fördert oder eher stigmatisierend wirkt, wird noch ein anderer Aspekt deutlich: Geschlechterunterschiede und damit verbundene Belastungen werden anerkannt und sichtbar. Eine Arbeitswelt die geschlechtliche Unterschiede im Arbeits- und Gesundheitsschutz beachtet, käme nicht nur den Frauen, sondern alle Geschlechtern zugute und trüge zu einer menschlicheren Gesellschaft bei.

Quellen:

https://www.tz.de/welt/sollte-es-fuer-frauen-menstruationsurlaub-geben-zr-90849099.html

https://www.tk.de/resource/blob/2103660/ffbe9e82aa11e0d79d9d6d6d88f71934/gesundheitsreport-au-2021-data.pdf

https://www.aok.de/fk/betriebliche-gesundheit/grundlagen/fehlzeiten/ueberblick-fehlzeiten/

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/menstruationsurlaub-deutschland-fuehrt-keine-konkrete-debatte-18044479-p2.html

Internationaler Tag der Frauengesundheit

Fast scheint es wie ein Aufatmen. Der Frühling ist da. Die Bäume stehen im frischen Grün, die Blumen in den Beeten und Balkonkästen sprießen, die Amseln singen und die Tage sind lichter. Es ist die Jahreszeit, die schon in vorchristlicher Zeit für Auferstehung und Neuanfang steht, in der die Natur erwacht.

Nach den Monaten der Ausgangsbeschränkungen, der Angst um seine Gesundheit und die seiner Angehörigen, des Home-Schooling und des Home-Office scheint es mit den aufgehobenen Coronabeschränkungen wieder Hoffnung zu geben. Die Corona-Krise hat unser Land einem Stresstest ausgesetzt.  Vielfach gelobt für ihren Einsatz, wurden vor allem Frauen besonders gefordert und unter schwierigsten Bedingungen in tradierte Rollenmuster zurückgedrängt. Für sie bedeutete es, massive Alltagslasten durch die häusliche Betreuung der Kinder, die reduzierte Arbeitszeit und die damit verbundenen finanziellen Einbußen. Die strukturellen Benachteiligungen von Frauen sind nicht neu.  Und doch haben Frauen in dieser Krise wieder einmal mehr gezeigt, was sie leisten.

Sie gehören zu den Benachteiligten der Pandemie, wird in einer Erwerbstätigenbefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung vom April 2020 festgestellt. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK berichteten die Frauen seit der Pandemie von vermehrten psychosomatischen Beschwerden wie z.B. Schlafproblemen oder Schmerzen, erhöhtem Stressempfinden und Sorgen (www.dak.de/dak/download/forsa-studie-2266768.pdf). Diese Ausgangslage macht auch vor den Kindern und dem gesamten Familiennetz nicht halt und trifft Alleinerziehende mit wenig Unterstützungsnetzwerken besonders.

Ohne Frage, das Engagement für die tatsächliche Gleichberechtigung in Arbeit und Wirtschaft gilt es voranzubringen, denn schon die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen trägt maßgeblich zur Gesunderhaltung und letztlich zur Gleichstellung der Geschlechter bei.

Auf der individuellen Ebene lädt der Frühling zu Aufbruch, Wandel und Neubeginn ein. Das gibt Hoffnung und hilft neue Lösungen zu finden. Es kann Kraft geschöpft und auf die letzten Monate zurückgeschaut werden. Dazu können Fragen gehören, wie: was war in den letzten Monaten besonders stärkend und wohltuend, was gilt es beizubehalten? Wo ist die Familie enger zusammengerückt und welche Begegnungen und welche professionellen Hilfsangebote waren besonders wichtig?   

Aber auch welche Stressfaktoren gab es und wie kann ihnen begegnet werden?  Es lassen sich nicht alle Schwierigkeiten und Ereignisse vorwegsehen und wir wissen nicht, was uns der Herbst bringen wird. Aber zu wissen, was gut ist und stärkt, fördert die eigene Widerstandskraft vor allem, wenn Rückschläge oder Überforderung drohen.

Die aktuellen Angebote zur Stärkung der Mütter des FMGZ MEDEA e. V. finden Sie auf unserer Homepage www.medea-dresden.de/frauengesundheitszentrum/

Kontakt:

Anne Dschietzig und Jana Giersberg (Mitarbeiterinnen im Frauengesundheitszentrum)

Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine

Natürlich stellen sich aktuell eine Vielzahl von aufenthaltsrechtlichen Fragen für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Die IQ Fachstelle Einwanderung hat daher FAQs zu der aktuellen rechtlichen Situation neben Deutsch auf drei weiteren Sprachen (Englisch, Russisch und Ukrainisch) veröffentlicht.

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat einen Erstkontakt-Flyer entworfen in deutsch, ukrainisch, russisch und englisch mit Informationen zu Registrierung und Unterbringung.

Die Bundesagentur für Arbeit hat eine neue bundesweite Landingpage zum Thema Ukraine-Konflikt online gestellt. Die Angebote und Informationen sind nicht exklusiv für geflüchtete Frauen, sollen aber auch gerade diese unterstützen.

Unter diesem Link finden Sie die aktuellen Informationen des Sächsischen Flüchtlingsrates zu Hilfsangeboten und Bedarfen in Sachsen.

Die Stadt Dresden bündelt unter dem Stichwort Hilfe für die Ukraine Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten. Außerdem veröffentlicht sie Pressemitteilungen zum aktuellen Stand in der Stadt.

Darüber hinaus hat die Volkshochschule Dresden e. V. eine Hilfs-Börse eingerichtet, eine Internetseite, über die Hilfsgesuche und Hilfsangebote unkompliziert kommuniziert werden können.

Eine Zusammenfassung von wichtige Infos zu Einreise, Aufenthalt und sozialen Rechten von Menschen aus der Ukraine bietet der Paritätische Gesamtverband.

Der Ausländerrat Dresden e. V. empfiehlt gerade folgendes Vorgehen zur Unterstützung von geflüchteten Ukrainer*innen:

  • Wenn eine Unterkunft vorhanden ist, abwarten und ankommen lassen >>> Sinnvoll: Registrieren per Mail an Ausländerbehörde (Name, Vorname, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Photo vom Pass)
  • Es wird einen Aufenthalt geben, mit Arbeitserlaubnis und Möglichkeit des Schulbesuchs & Anmietung von Wohnungen.
  • Falls kein Geld da ist -> Sozialamt (Termin per Mail anfragen)
  • Falls es Gesundheitsbedarfe gibt -> Sozialamt (Termin per Mail anfragen)
  • Falls keine Unterkunft da ist -> Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, mit Stand 3. März 2022 ist das die Erstaufnahmeeinrichtung Leipzig Mockau III (Graf-Zeppelin-Ring 6, 04356 Leipzig).
  • Alles Andere ist laut Info aus der Migrationsarbeit noch nicht geklärt.

Vitsche, https://vitsche.org/, ist ein neuer Verein junger engagierter Ukrainer*innen aus Berlin, die dem aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine nicht tatenlos zusehen können. Sie organisieren Proteste zur Unterstützung der Ukraine und wollen in Zukunft auch Kultur- und Bildungsveranstaltungen organisieren. Sie haben einen Hilfe-/ Warnflyer in Englisch und Ukrainisch entwickelt, der Frauen und Mütter vor Menschenhandel warnt.

Die plutoni GmbH hat ein Jobportal für geflüchtete Ukrainer*innen erstellt, um dieser dabei zu unterstützen in Deutschland schnell eine Erwerbsarbeit zu finden.

Politische Forderungen des Fachtags Müttergesundheit

Im Sommer 2021 fand der Fachtag Müttergesundheit statt, den das regionale Netzwerk Frauengesundheit in Kooperation mit der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen Landesarbeitskreis Sachsen e. V. (eaf) organisierte. Im Rahmen der Veranstaltung wurden von den Teilnehmerinnen* politische Forderungen auf kommunaler und kirchlicher Ebene sowie auf Ebene von Bund und Ländern abgeleitet. Diese wurden im Anschluss von den Organisatorinnen* aufbereitet und an politische Entscheidungsträger herangetragen. Das entsprechende Anschreiben mit den Forderungen finden Sie hier.

AKF erstellt Leitfaden für die gynäkologische Unterleibsuntersuchung

Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e. V. (AKF) hat einen Leitfaden für die gynäkologische Unterleibsuntersuchung erarbeitet und stellt diesen zur Diskussion. Er richtet sich in erster Linie an ärztliche Untersucher*innen. Dabei geht es nicht um eine Diskussion darüber, wann die gynäkologische Unterleibsuntersuchung eingesetzt werden sollte und welche Befunde sie erbringen kann. Vielmehr hat der Leitfaden zum Ziel die Frage zu erörtern, wie die Untersuchung so gestaltet werden kann, dass sie die Gefühle und Bedürfnisse der Patient*innen respektiert und so umfassend wie möglich zu deren Information und Empowerment beiträgt.
Für die vaginale gynäkologische Unterleibsuntersuchung gibt es bisher keine verbindliche Anleitung, die auch diese Aspekte berücksichtigt. Gleichzeitig stellt sie für viele Patient*innen eine große Herausforderung dar und ist mit Ängsten, Schamgefühlen, Stigmatisierung oder Schmerzen verknüpft. Vor allem wenn Patient*innen durch Gewalterfahrungen und Traumatisierung belastet sind, hat sie das Potenzial erneut Schaden anzurichten.
Ein entsprechend sensibler und respektvoller Umgang sollte demzufolge neben dem medizinischen Fachwissen grundlegende Voraussetzung für die Untersuchung sein, was den AKF zur Erarbeitung des Leitfadens motivierte.

Den Leitfaden finden Sie hier.

Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen

Anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellerin Christine Brückner haben die Stiftung Brückner-Kühner und der Verlag S. Fischer Theater und Medien in Kooperation mit dem Archiv der deutschen Frauenbewegung, der Stadt Kassel und dem Hessischen Rundfunk das Projekt „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ ins Leben gerufen. Entstanden ist ein beeindruckender und bunter Querschnitt von Themen, die Frauen aktuell bewegen.

Im ersten verlinkten Beitrag teilt Larissa Letz auf anschauliche und bewegende Art ihren steinigen Weg zur Diagnose Endometriose, in dem sich sicher viele Betroffene wiedererkennen können. Sie stellt wichtige Fragen von „Sind Regelschmerzen normal?“ bis „Warum ist diese Erkrankung trotz so vieler betroffener Personen so unbekannt und so schlecht erforscht?“ und teilt ihre teils unbequemen Antworten mit uns.

Die zweite Rednerin, Maelene Lindgren, gehörte zu den sechs Frauen*, deren Beitrag für die Festveranstaltung am 10.12.2021 ausgewählt wurde. Sie spricht über vielfältige Diskrimminierungserfahrungen, darüber in keine Schublade zu passen und über die Möglichkeit unserem Gegenüber die Wahl zu lassen, wenn wir beginnen unsere Urteile zu hinterfragen.

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Egal in welchem Land auf welchem Kontinent, körperliche und seelische Gewalt an Frauen findet überall statt und gehört für viele zu einer alltäglichen Erfahrung. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, wurde der Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, der jedes Jahr am 25. November stattfindet. Dabei symbolisiert die Farbe Orange im Rahmen der „Orange the World-Kampagne“ eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.

Laut UNICEF stellt Gewalt gegen Frauen die häufigste Menschenrechtsverletzung weltweit dar. Die Weltgesundheitsorganisation benennt sie als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Laut einer EU-Studie von 2014 wurde allein in Europa jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von körperlicher und/ oder sexualisierter Gewalt. Weltweit sind laut WHO (2017) sogar 35 Prozent der Frauen betroffen.

Gewalt an Frauen hat viele Gesichter. Neben Kriegsverbrechen, häuslicher Gewalt in Partnerschaften, Zwangsverheiratung, sexualisierter Gewalt oder Körperverletzungen und Genitalverstümmelungen haben auch seelische und emotionale Verletzungen gravierende Folgen. Betroffene können Traumatisierungen erleiden und an Folgestörungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung erkranken. Auch depressive Episoden, Angststörungen, sozialer Rückzug und emotionale sowie finanzielle Verarmung können Folgen von Gewalterfahrungen sein. Anlässlich des Aktionstageszeigt der FMGZ MEDEA e.V. in Kooperation mit der Fachstelle für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in Dresden und dem Frauen*NestWerk den Film „In search…“. Er thematisiert weibliche Genitalverstümmelung und wird am 25. November um 19 Uhr im Zentralkino Dresden gespielt. Im Anschluss stehen die Mitarbeiterinnen vor Ort für Fragen und Austausch zur Verfügung.

Aufgrund der derzeit gültigen Corona- Schutzverordnungen bitten wir um eine vorherige Anmeldung unter: praktikantin@medea-dresden.de bis zum 22.11.2021.

Da die Platzkapazitäten begrenzt sind, empfehlen wir eine rechtzeitige Ticketreservierung.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Dresden statt.

Abschlusserklärung 150 Jahre § 218 Strafgesetzbuch

Die Abschlusserklärung des Kongresses „150 Jahre § 218“ wurde von mehr als 100 Verbänden, Organisationen, Institutionen und Netzwerken unterschrieben sowie von mehr als 600 Personen.  Dies ist ein großer Erfolg und ein Zeichen für den starken gesellschaftlichen Rückhalt hinter der Forderung einer umfassenden gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs außerhalb des Strafgesetzes. Nun gilt es, dieser Forderung in der politischen Arbeit auf allen Ebenen Nachdruck zu verleihen. Sie finden die Erklärung hier.