Monat: Juni 2026

Betriebliche Frauen*gesundheitsförderung

Die Gesundheit von Frauen* wird sowohl durch biologische Faktoren als auch durch gesellschaftlich- lebensweltliche Strukturen beeinflusst. Unterschiedliche Belastungen, etwa die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit, geringere Bezahlung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, führen häufig zu physischen und psychischen Herausforderungen. Gerade im Berufsleben sind Frauen* daher anderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als Männer. Betriebsärzt*innen können hier eine Schlüsselrolle übernehmen, indem sie Unternehmen beraten und gezielte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung vorschlagen.

Es braucht eine betriebliche Gesundheitsförderung, die den spezifischen Bedürfnissen von Frauen* Rechnung trägt und die insbesondere frauenspezifische Gesundheitsanforderungen berücksichtigt, etwa durch ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Programme wie Rückenschule oder Beckenbodentraining. Auch Ernährungsberatung kann eine wertvolle Unterstützung bieten, insbesondere in Hinblick auf hormonelle Schwankungen und deren Einfluss auf das Wohlbefinden.

Während der Schwangerschaft und nach der Geburt benötigen Frauen* besondere Unterstützung, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und einen reibungslosen Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen. Flexible Arbeitszeiten, ergonomische Anpassungen und gezielte Aufklärungsangebote über Mutterschutz und Elternzeit sind essenzielle Maßnahmen. Gleichzeitig ist es wichtig, Männer stärker in die Care-Arbeit einzubeziehen, um eine faire Verteilung von beruflichen und familiären Verpflichtungen zu erreichen.

Neben physischen Aspekten muss auch die psychische Gesundheit von Frauen* stärker in den Fokus rücken. Die Doppelbelastung durch Familie und Beruf, die Pflege von Angehörigen, Belastungen durch das Alleinerziehen oder Diskriminierungserfahrungen erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen. Unternehmen sollten daher Stressbewältigungsprogramme, Resilienztrainings und psychologische Beratungsangebote bereitstellen. Eine Unternehmenskultur, die Diskriminierung und Mobbing aktiv bekämpft, trägt maßgeblich zur mentalen Gesundheit bei. Auch der Schutz vor sexueller Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz ist ein zentraler Bestandteil einer gesunden Arbeitsumgebung. Unternehmen müssen klare Schutzmechanismen etablieren, vertrauliche Anlaufstellen für Betroffene schaffen und durch gezielte Schulungen ein Bewusstsein für diese Problematik fördern. Psychosoziale Unterstützung für Betroffene kann helfen, langfristige Folgen zu minimieren.

Ein weiterer relevanter Bereich ist die Menstruationsgesundheit sowie der Umgang mit Wechseljahresbeschwerden. Viele Frauen* erleben zyklusbedingte beziehungsweise Wechseljahresbeschwerden, die ihre Leistungsfähigkeit beeinflussen können. Eine offene Unternehmenskultur, die diese Themen nicht tabuisiert, flexible Arbeitszeiten ermöglicht und kostenfreie Menstruationsprodukte bereitstellt, kann wesentlich zur Entlastung beitragen.

Bestimmte Erkrankungen betreffen ausschließlich Frauen*, andere betreffen Frauen* deutlich häufiger oder verlaufen anders als bei Männern. Zu frauen*spezifischen Erkrankungen zählen unter anderem Endometriose, Myome, Brust- und Gebärmutterhalskrebs. Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Präventive Maßnahmen und Aufklärung über frauen*spezifische Gesundheitsrisiken sind daher essenziell, um eine frühzeitige Erkennung und Behandlung zu ermöglichen.

Neben diesen gezielten Maßnahmen sind strukturelle Veränderungen erforderlich, um eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitssituation von Frauen* im Berufsleben zu erreichen. Transparente und gerechte Gehaltsstrukturen, die Förderung von Frauen* in Führungspositionen und flexible Arbeitsmodelle können langfristig Entlastung zu schaffen. Eine erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung muss daher stets im gesellschaftlichen Kontext betrachtet werden, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

Ein gesundes Arbeitsumfeld für Frauen* bedeutet nicht nur einen Zugewinn für die betroffenen Mitarbeiter*innen, sondern auch für Unternehmen selbst. Die Reduktion von krankheitsbedingten Ausfällen, eine gesteigerte Produktivität und eine höhere Arbeitgeberattraktivität sind direkte positive Effekte. Betriebsärzt*innen können eine entscheidende Rolle dabei spielen, Unternehmen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu unterstützen und damit langfristig zu einer gerechteren und gesundheitsbewussteren Arbeitswelt beizutragen.

Kategorie FGZ

Themennachmittag: Gemeinsam allein? Über Care-Arbeit, Beziehungen und Einsamkeit | 25.06. von 14-16 Uhr

KI-generierte Illustration: Fünf Personen, drei erwachsene Personen und zwei Kinder, sitzen gemeinsam an einem Esstisch und führen ein Gespräch in häuslicher Atmosphäre. Symbolbild für Care-Arbeit, Beziehungen und Einsamkeit trotz Gemeinschaft

Menschen, die sich um andere kümmern, fühlen sich oft gleichzeitig verbunden und trotzdem manchmal allein. Gemeinsam sprechen wir über Erfahrungen im Alltag, Herausforderungen, Unterstützung und darüber, was gegen Einsamkeit helfen kann.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ statt.

Veranstaltungsort
Frauen* – und Mädchen*gesundheitszentrum MEDEA e.V., Dürerstraße 99, 01307 Dresden

Anmeldung
Per E-Mail an fgz@medea-dresden.de  oder telefonisch unter 0351 – 84 95 67 9 (begrenzte Plätze)

Das Angebot ist kostenlos. Du kannst unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen

Mehr Infos findest du hier.

NEU! Offene Frauen*gruppe

Herzlich willkommen zu unserem neuen, monatlichen Angebot. Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch im Monat von 10:00 bis 11:30 Uhr im FMGZ MEDEA e.V. Eingeladen sind alle Frauen*, die im Alltag viel tragen, sich oft müde und belastet fühlen oder Kontakt zu anderen Frauen* suchen. Weitere Infos findest du hier.

Nächste Termine: 01.07. | 05.08. | 02.09. | 07.10. | 04.11. | 02.12.

Für Anmeldung und Fragen melde dich unter fgz@medea-dresden.de

Wir freuen uns auf dich!

++NEUE TERMINE MÄDCHEN*TREFF++

Hier könnt ihr gemeinsam mit anderen Mädchen* in den Austausch kommen zu Themen die Euch bewegen, kreative Ideen umsetzen, miteinander Snacks zubereiten, entspannen uvm.
Der Mädchen*Treff findet immer 1x im Monat bei uns in den Räumlichkeiten auf der Dürerstr.99 statt.

Nebenbei könnt ihr noch unsere Räumlichkeiten, Themen und Materialien kennenlernen und Euch gern was aus unserer Bibo ausleihen.

Also kommt gern vorbei!

Für die Planung von Snacks und Material wäre es cool, wenn ihr Euch kurz über maxi@medea-dresden.de für den anstehenden Treff anmeldet oder uns auch gern telefonisch über eure Teilnahme bescheid gebt unter: 0351/ 8951209

Teilnahme ist freiwillig und ganz unverbindlich! Wenn ihr wollt könnt ihr einmalig kommen oder auch gern regelmäßig. Wie es euch gefällt 😉