Kategorie: Aktuelles FMGZ

Aktion zum Weltfrauentag

Liebe Frauen,

am 8.3. ist WeltFRAUEN*-Tag/ Frauen*Streiktag und somit auch ein wichtiger Tag für uns alle!

Dieser Tag soll eine Möglichkeit bieten, dass Frauen und Mädchen gemeinsam für ihre Rechte streiken. Auch hier in Dresden werden verschiedene Aktionen stattfinden (weitere Infos findet Sie hier).

Wir im Frauengesundheitszentrum wollen uns mit einer Aktion beim Frauen*Streiktag beteiligen und werden Sie hier über weitere Termine zum 8.3. informieren.

Hier nun der Aufruf an Sie:
Uns liegen Ihre Themen am Herzen. Auch zum 8.3. wollen wir Ihren Stimmen ein Sprachrohr verschaffen!

Das Leben hat sich im Lockdown verändert. Es fallen nicht nur Veranstaltungen, wie zum Beispiel auch unsere Kurse für Sie, aus – wir sehen auch Auswirkungen auf das persönliche, alltägliche Leben.  

Uns interessiert:
WIE GEHT ES IHNEN in der gegenwärtigen Situation? In Ihrer Familie, in Ihren Freundschaften, im Spagat zwischen Homeoffice und Homeschooling?

WAS BELASTET SIE, WAS NERVT? WAS BRAUCHEN SIE?

und

WAS WÜRDEN SIE AM 8.3. BESTREIKEN?

WAS oder WEN sollte die Politik besser UNTERSTÜTZEN?

Schreiben Sie uns eine Nachricht, senden Sie uns ein Foto oder eine Videobotschaft zu Ihren Herausforderungen im Lockdown an fgz@medea-dresden.de

Ihre Beiträge möchten wir gern am 8.3. zu unserer Aktion zum Frauen*Streiktag verwenden – natürlich anonymisiert, wenn Sie möchten. Achten Sie dafür bitte darauf, bei einem Foto- oder Videobeitrag ihr Gesicht nur soweit zu zeigen, wie es für Sie vertretbar ist.

Desweiteren freuen wir uns Sie am 8.3. zwischen 14 und 17 Uhr am König*innenufer (Filmnächtegelände) zum gemeinsamen laut sein unter Beachtung der nötigen Schutzmaßnahmen zu begrüßen.

Leiten Sie den Aufruf gern an andere Frauen* weiter!

Wir freuen uns auf IHRE STIMME!

Liebe Grüße von den Mitarbeiterinnen des Frauengesundheitszentrums

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Situation von Frauen – ein Überblick

Obwohl sicher fast jede*r von erheblichen Auswirkungen der Pandemie auf das tägliche Leben berichten kann, wird immer deutlicher, dass nicht alle Menschen gleichermaßen von den Folgen der Corona-Krise betroffen sind. Recherchen zu diesem Thema zeigen schnell, dass gerade Frauen die Belastungen in besonderem Maße zu spüren bekommen – in fast allen Lebensbereichen.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung arbeiten deutlich mehr Frauen in sogenannten systemrelevanten Berufen wie der Pflege. Diese sind zwar offensichtlich unverzichtbar für die Grundversorgung der Bevölkerung, paradoxerweise herrschen aber gerade hier häufig sehr schlechte Arbeitsbedingungen in Form von hoher Arbeitsbelastung bei Personalmangel, hohem Ansteckungsrisiko und schlechter Bezahlung.1 Doch auch Frauen, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten, haben momentan häufig das Nachsehen. So sind von den Lockdown-bedingten Schließungen vor allem Branchen betroffen, in denen vermehrt Frauen ihren Lebensunterhalt verdienen, wie z. B. Gastronomie oder Tourismus. Frauen laufen somit insgesamt eher Gefahr durch die Krise in eine prekäre finanzielle Lage zu geraten. Dies verschärft sich insbesondere, wenn sie bereits vor der Pandemie durch z.B. niedriges Bildungsniveau und/ oder alleinerziehende Mutterschaft einen geringen sozio-ökonomischen Status aufwiesen.2

Für Alleinerziehende stellt sich die Situation durch den Wegfall von Kinderbetreuung in Schulen und Kitas noch herausfordernder dar als vor der Pandemie. In einer Erwerbstätigenbefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung geben 52 % der Alleinerziehenden mit Kindern unter 14 Jahren an „äußerst belastet“ oder „stark belastet“ durch die Auswirkungen der Krise zu sein.3 Zusätzlich alarmierend ist dabei der Fakt, dass 90 Prozent der 692.000 erwerbstätigen Alleinerziehenden mit Kindern unter 13 Jahren Frauen sind.4 Aber auch Mütter in heterosexuellen Paarbeziehungen sind meist stärker gefordert als die Väter. Die eben erwähnte Befragung des WSI kommt zu dem Schluss, „dass auch in der Krise der ganz überwiegende Teil der anfallenden Betreuungsarbeit von Frauen übernommen wird.“ 54 Prozent der befragten Frauen berichten den überwiegenden Teil der anfallenden Kinderbetreuung abzudecken. Dem gegenüber stehen gerade mal 12 Prozent der Männer, die diese Aufgabe schultern.

Selbst Paare, die angaben sich die Kinderbetreuung vor der Pandemie gerecht aufgeteilt zu haben, konnten dies nur noch in 60 Prozent der Fälle beibehalten. Bei Paaren mit einem Gesamteinkommen von weniger als 2000 Euro war es sogar nur 48 Prozent möglich. Grund dafür scheint der meist höhere Verdienst der Männer zu sein.5 Denn um die wirtschaftlichen Einbußen so gering wie möglich zu halten, reduziert nachvollziehbarerweise meist das Elternteil mit dem niedrigeren Einkommen die Arbeitszeit. Je prekärer die finanzielle Situation desto weniger Spielraum bleibt bei dieser Entscheidung. Langfristig bedeutet diese Entwicklung unter Umständen massive Einschnitte in das Erwerbs- und Renteneinkommen von Frauen, da durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise die Wiederaufnahme der ursprünglichen Arbeitszeit wahrscheinlich häufig nicht ohne weiteres möglich sein wird. Hier zeigt sich deutlich der Zusammenhang zwischen Gender Care Gap und Gender Pay Gap sowie der bereits viele Male angeprangerte strukturelle Charakter dieser Problematik.

Die allgemein angespannte Situation bringt außerdem vermehrt psychische Belastungen mit sich. Dies zeichnet sich deutlich in der Beratungsarbeit mit den Klientinnen ab. Ein generell empfundener Kontrollverlust, Einsamkeit, Existenzängste, aber auch erschwerte Zugänge zu Arztterminen oder Schwangerschaftsberatungen, steigende Preise oder die Sorge um gesundheitlich besonders gefährdete Angehörige führen nicht selten zu depressiven Verstimmungen und Angstzuständen.
Das Jonglieren zwischen Erwerbs- und Care-Arbeit, mitunter enge Wohnverhältnisse und Existenzängste steigern auch die Rate häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder. Die Möglichkeiten Gewaltsituationen im häuslichen Umfeld zu entgehen werden durch die Corona bedingten Einschränkungen zusätzlich begrenzt. Selbst Hilfetelefone und Frauenschutzhäuser können schlechter in Anspruch genommen werden, da die gewalttätigen Partner die Wohnung deutlich seltener verlassen und die betroffenen Frauen deshalb schwieriger unbemerkt Kontakt nach Außen aufnehmen können. Das verschärft die Lage der Betroffenen enorm.6

Insgesamt scheint die Krise sowohl im wirtschaftlichen, wie auch sozialen und gesundheitlichen Bereich wie ein Brennglas alle bereits vorhandenen Ungleichheiten und Schieflagen zu befeuern. Insofern kann und darf die Hoffnung nicht sein zum „Normalzustand“ zurückzukehren. Mädchen und Frauen ist nur dann langfristig geholfen, wenn sowohl ihr Schutz als auch ihre generelle Gleichstellung in allen Lebensbereichen zur klaren und selbstverständlichen Agenda der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen werden.

1 Koebe, J., Samtleben, C., Schrenker, A., Zucco, A. (2020): Entlohnung unverzichtbarer Berufe in der Corona-Krise unterdurchschnittlich. DIW aktuell 48, 9 S.

2 https://www.lpb-bw.de/gesellschaft-und-corona#c60709

3 https://www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=8906

4 https://www.gender.de/cms-gender/wp-content/uploads/gender_corona.pdf

5 Schrenker, A., Zucco, A. (2020): Gender Pay Gap steigt ab dem Alter von 30 Jahren stark an. DIW Wochenbericht 10, S. 137-145.

6https://www.paritaet-bw.de/presseportal/pressemitteilungen/frauenhaeuser-bieten-schutz-auch-zeiten-der-corona-pandemie

Photo by Evgeni Tcherkasski on Unsplash

RKI veröffentlicht Frauengesundheitsbericht

Am 9.12.20 war es so weit! In einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts wurde die Veröffentlichung des lang erwarteten Frauengesundheitsberichtes bestätigt.
In der Ankündigung heißt es: „Frauen und Männer unterscheiden sich deutlich in Bezug auf Gesund­heit und Krank­heit. Neben unter­schied­lichen Er­krankungs­häufig­keiten lassen sich auch geschlechter­bezogene Unter­schiede bei der Wahr­nehmung und Kom­muni­kation von Symptomen, im gesundheits­rele­vanten Ver­halten und bei der In­an­spruch­nahme von Ver­sorgungs­angeboten fest­stellen. Ur­sachen hier­für werden unter anderem in den unter­schiedlichen Arbeits- und Lebensbedingungen gesehen. Die Daten aus dem Gesundheits­monitoring des Robert Koch-Instituts sind eine wichtige Grundlage für die Darstellung ge­schlechter­bezogener Aspekte von Gesund­heit und Krankheit. …“

Der Bericht ist als PDF auf der Homepage des RKI zu finden.

Coronavirus – Tipps für die seelische Gesundheit

Die nun wieder auf uns zukommenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sind eine Ausnahmesituation, welche belastend für die Psyche sein kann. Hinzu kommen Ängste rund um das Virus.
In den folgenden Links finden Sie Informationen sowie praktische Verhaltenstipps und mentale Strategien, die dabei helfen können, die Situation zu meistern.

Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch ist anders, jede*r sollte sich die Empfehlungen übernehmen, die für sie oder ihn am besten passen.
Stand: 10.12.2020

COVID-19: Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen

Coronavirus: Tipps für die seelische Gesundheit

Corona – Psychologische Hilfen der Stadt Dresden

Prävention weiblicher Genitalverstümmelung (FGM)

Starke Mädchen* – transkulturelle Gesundheitsförderung für Mädchen* und Frauen*

5. Fachtagung zur Prävention weiblicher Genitalverstümmelung (FGM)

8. Oktober 2019, 9.00 bis 16.30 Uhr
Bürgersaal im Stadtbezirksamt Neustadt, Hoyerswerdaer Str. 3, 01099 Dresden

Weitere Informationen zur Fachtagung entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungsflyer deutsch bzw. somali. Zur Anmeldung nutzen Sie bitte unser Anmeldeformular.

Homepage mit Wahlprüfsteinen zur Gleichstellung in Dresden online

Das Netzwerk der Projekte der Gleichstellungsarbeit Dresden hat Wahlprüfsteine entworfen, um die Sichtweisen und Vorhaben der Parteien für die nächste Legislatur des Stadtrats zu erfragen. Dabei galt es, Stellung zu beziehen, wie es in Dresden in Sachen Gleichstellung, Zusammenhalt, Vielfalt und Teilhabe, Gesundheit, Kunst und Kultur etc. weitergehen soll.
Die Antworten der Parteien fielen ganz unterschiedlich aus. Um den Bürger*innen und Bürgern* der Stadt Dresden eine Unterstützung zu bieten, welche Partei sich für die Belange der Gleichstellungsarbeit engagiert, haben wir nach bestimmten Kriterien Smileys vergeben.Mit diesen Wahlprüfsteinen und der Kategorisierung mit Smileys hoffen wir, einen Beitrag zur Wahlentscheidung geleistet zu haben, um das Kreuz zur Kommunalwahl am 26.05.2019 für jede*n persönlich an der „richtigen“ Stelle zu setzen.

Link zur Homepage mit den Wahlprüfsteine und Antworten der Parteien für die Wahlen zum Dresdner Stadtrad.

„LADIES*, ES IST ZEIT!“ – Presseerklärung zum Start der Kampagne

#ladiesesistzeit Kampagne ruft im Wahljahr 2019 zur Solidarität mit Gleichstellungsprojekten auf.

Die Kampagne #ladiesesistzeit ist eine Initiative Dresdner Gleichstellungsprojekte. Unter dem titelgebenden Motto rufen die Initiatorinnen* dazu auf, sich zu solidarisieren und gemeinsam für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft zu kämpfen.

Die Möglichkeiten reichen dabei von einer Beteiligung am Frauen*- und Feministischen Streik am 8. März bis hin zur eigenen Wahlentscheidung bei den Kommunal- und Landtagswahlen 2019. Sie werden von den Initiatorinnen* und unterstützenden Projekten in den sozialen Medien über den Hashtag #ladiesesistzeit angekündigt.

Karin Luttmann aus dem FrauenBildungsHaus Dresden erklärt dazu:

„Eine geschlechtergerechte Gesellschaft ist noch längst nicht Wirklichkeit geworden. Ob ungleiche Bezahlung, unentgeltliche und ungleich verteilte Sorge- und Hausarbeit, (Alters-)Armut, Sexismus, Frauen*feindlichkeit oder Gewalt – noch immer gehören geschlechtsbedingte Diskriminierungserfahrungen zum Alltag von Frauen*. Die Fachstellen und Projekte setzen sich mit politischer Bildung aktiv für ein gesellschaftliches Umdenken ein und unterstützen mit Beratungsangeboten die am massivsten von der gesellschaftlich bedingten Diskriminierung Betroffenen: Zum Beispiel Betroffene von Beziehungsgewalt, Alleinerziehende, lanzeiterwerbslose Frauen* und auch Männer*.“

In Dresden gibt es jedoch viele Orte, die sich speziell für Frauen* und Mädchen*, aber auch für Männer* und Menschen jenseits dieser Kategorien einsetzen und so den Weg für eine (geschlechter-)gerechte Gesellschaft ebnen. Diese Orte existieren auf Grundlage öffentlicher Fördermittel, vor allem von Kommune und Land. Diese Gelder sind wichtig, weil die Angebote in aller Regel kostenlos oder sehr günstig sind, damit alle Menschen sie nutzen können. Das macht sie jedoch abhängig vom politischen Willen, denn der Dresdner Stadtrat und der Sächsische Landtag entscheiden über die Höhe der bereitgestellten Fördermittel.

An aktuellen Beispielen zeigt sich, wie gefährdet bereits jetzt die Arbeit der Gleichstellungsprojekte ist. Eine neue konservative Mehrheit im Dresdner Stadtrat spricht sich bis jetzt gegen eine ausreichende Förderung für die Jahre 2019 und 2020 aus, um die allgemeinen Kostensteigerungen u.a. im Gleichstellungsbereich zu finanzieren und somit zumindest den Status quo zu erhalten. Auf Landesebene hat die CDU sich jüngst gegen den aktuellen Entwurf eines neuen Gleichstellungsgesetzes ausgesprochen, das im Koalitionsvertrag von 2014 vereinbart und seitdem unter Beteiligung von Männer*- und Frauen*verbänden wie auch Gewerkschaften im Bereich von Staatsministerin* Petra Köpping erarbeitet wurde. Damit wird das Gesetz nicht wie geplant und vereinbart bis zur Landtagswahl am 1. September in Kraft treten. Was nach den Wahlen damit geschieht, d.h. ob es überhaupt kommt, ist nicht abzusehen.

„Rechtspopulist*innen stehen der Stärkung von Frauen*, Mädchen*, Geflüchteten und Migrantinnen* entschieden entgegen. Eine Mehrheit dieser Parteien und Positionen in den Parlamenten wird bedeuten, dass diese Orte in Dresden und Sachsen keine Zukunft haben.“, so Karin Luttmann weiter.

Die Initiatorinnen* rufen daher dazu auf, bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 und den Landtagswahlen am 1. September 2019 wählen zu gehen und zu zeigen: Ladies*, es ist Zeit, für eine gerechtere und damit für eine solidarische und friedliche Gesellschaft zu kämpfen!

Kontakt: Karin Luttmann (FrauenBildungsHaus Dresden e.V.)
Mobil: 0176 219 955 36
Festnetz: 0351 310 52 75

Eine Initiative von

* D.I.K. Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung häuslicher Gewalt/Stalking des Frauenschutzhaus Dresden e.V.
* Fach- und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* Dresden (in Trägerkooperation des Verbunds Sozialpädagogischer Projekte e.V. und des *sowieso* Frauen für Frauen e.V.)
* FrauenBildungsHaus Dresden e.V.
* Frauenförderwerk Dresden e.V.
* Frauen- und Mädchengesundheitszentrum MEDEA e.V.
* Gerede – homo, bi und trans e.V.
* Kreative Werkstatt Dresden e.V.

Mit Unterstützung von

* Pia Barkow, Stadträtin* (DIE LINKE)
* Ulrike Caspary, Stadträtin* (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
* Dana Frohwieser, Stadträtin*, Fraktionsvorsitzende und gleichstellungspolitische Sprecherin* (SPD)