Kategorie: Aktuelles FMGZ

Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine

Natürlich stellen sich aktuell eine Vielzahl von aufenthaltsrechtlichen Fragen für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Die IQ Fachstelle Einwanderung hat daher FAQs zu der aktuellen rechtlichen Situation neben Deutsch auf drei weiteren Sprachen (Englisch, Russisch und Ukrainisch) veröffentlicht.

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat einen Erstkontakt-Flyer entworfen in deutsch, ukrainisch, russisch und englisch mit Informationen zu Registrierung und Unterbringung.

Die Bundesagentur für Arbeit hat eine neue bundesweite Landingpage zum Thema Ukraine-Konflikt online gestellt. Die Angebote und Informationen sind nicht exklusiv für geflüchtete Frauen, sollen aber auch gerade diese unterstützen.

Unter diesem Link finden Sie die aktuellen Informationen des Sächsischen Flüchtlingsrates zu Hilfsangeboten und Bedarfen in Sachsen.

Die Stadt Dresden bündelt unter dem Stichwort Hilfe für die Ukraine Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten. Außerdem veröffentlicht sie Pressemitteilungen zum aktuellen Stand in der Stadt.

Darüber hinaus hat die Volkshochschule Dresden e. V. eine Hilfs-Börse eingerichtet, eine Internetseite, über die Hilfsgesuche und Hilfsangebote unkompliziert kommuniziert werden können.

Eine Zusammenfassung von wichtige Infos zu Einreise, Aufenthalt und sozialen Rechten von Menschen aus der Ukraine bietet der Paritätische Gesamtverband.

Der Ausländerrat Dresden e. V. empfiehlt gerade folgendes Vorgehen zur Unterstützung von geflüchteten Ukrainer*innen:

  • Wenn eine Unterkunft vorhanden ist, abwarten und ankommen lassen >>> Sinnvoll: Registrieren per Mail an Ausländerbehörde (Name, Vorname, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Photo vom Pass)
  • Es wird einen Aufenthalt geben, mit Arbeitserlaubnis und Möglichkeit des Schulbesuchs & Anmietung von Wohnungen.
  • Falls kein Geld da ist -> Sozialamt (Termin per Mail anfragen)
  • Falls es Gesundheitsbedarfe gibt -> Sozialamt (Termin per Mail anfragen)
  • Falls keine Unterkunft da ist -> Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, mit Stand 3. März 2022 ist das die Erstaufnahmeeinrichtung Leipzig Mockau III (Graf-Zeppelin-Ring 6, 04356 Leipzig).
  • Alles Andere ist laut Info aus der Migrationsarbeit noch nicht geklärt.

Vitsche, https://vitsche.org/, ist ein neuer Verein junger engagierter Ukrainer*innen aus Berlin, die dem aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine nicht tatenlos zusehen können. Sie organisieren Proteste zur Unterstützung der Ukraine und wollen in Zukunft auch Kultur- und Bildungsveranstaltungen organisieren. Sie haben einen Hilfe-/ Warnflyer in Englisch und Ukrainisch entwickelt, der Frauen und Mütter vor Menschenhandel warnt.

Die plutoni GmbH hat ein Jobportal für geflüchtete Ukrainer*innen erstellt, um dieser dabei zu unterstützen in Deutschland schnell eine Erwerbsarbeit zu finden.

AKF erstellt Leitfaden für die gynäkologische Unterleibsuntersuchung

Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e. V. (AKF) hat einen Leitfaden für die gynäkologische Unterleibsuntersuchung erarbeitet und stellt diesen zur Diskussion. Er richtet sich in erster Linie an ärztliche Untersucher*innen. Dabei geht es nicht um eine Diskussion darüber, wann die gynäkologische Unterleibsuntersuchung eingesetzt werden sollte und welche Befunde sie erbringen kann. Vielmehr hat der Leitfaden zum Ziel die Frage zu erörtern, wie die Untersuchung so gestaltet werden kann, dass sie die Gefühle und Bedürfnisse der Patient*innen respektiert und so umfassend wie möglich zu deren Information und Empowerment beiträgt.
Für die vaginale gynäkologische Unterleibsuntersuchung gibt es bisher keine verbindliche Anleitung, die auch diese Aspekte berücksichtigt. Gleichzeitig stellt sie für viele Patient*innen eine große Herausforderung dar und ist mit Ängsten, Schamgefühlen, Stigmatisierung oder Schmerzen verknüpft. Vor allem wenn Patient*innen durch Gewalterfahrungen und Traumatisierung belastet sind, hat sie das Potenzial erneut Schaden anzurichten.
Ein entsprechend sensibler und respektvoller Umgang sollte demzufolge neben dem medizinischen Fachwissen grundlegende Voraussetzung für die Untersuchung sein, was den AKF zur Erarbeitung des Leitfadens motivierte.

Den Leitfaden finden Sie hier.

Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen

Anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellerin Christine Brückner haben die Stiftung Brückner-Kühner und der Verlag S. Fischer Theater und Medien in Kooperation mit dem Archiv der deutschen Frauenbewegung, der Stadt Kassel und dem Hessischen Rundfunk das Projekt „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ ins Leben gerufen. Entstanden ist ein beeindruckender und bunter Querschnitt von Themen, die Frauen aktuell bewegen.

Im ersten verlinkten Beitrag teilt Larissa Letz auf anschauliche und bewegende Art ihren steinigen Weg zur Diagnose Endometriose, in dem sich sicher viele Betroffene wiedererkennen können. Sie stellt wichtige Fragen von „Sind Regelschmerzen normal?“ bis „Warum ist diese Erkrankung trotz so vieler betroffener Personen so unbekannt und so schlecht erforscht?“ und teilt ihre teils unbequemen Antworten mit uns.

Die zweite Rednerin, Maelene Lindgren, gehörte zu den sechs Frauen*, deren Beitrag für die Festveranstaltung am 10.12.2021 ausgewählt wurde. Sie spricht über vielfältige Diskrimminierungserfahrungen, darüber in keine Schublade zu passen und über die Möglichkeit unserem Gegenüber die Wahl zu lassen, wenn wir beginnen unsere Urteile zu hinterfragen.

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Egal in welchem Land auf welchem Kontinent, körperliche und seelische Gewalt an Frauen findet überall statt und gehört für viele zu einer alltäglichen Erfahrung. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, wurde der Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, der jedes Jahr am 25. November stattfindet. Dabei symbolisiert die Farbe Orange im Rahmen der „Orange the World-Kampagne“ eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.

Laut UNICEF stellt Gewalt gegen Frauen die häufigste Menschenrechtsverletzung weltweit dar. Die Weltgesundheitsorganisation benennt sie als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Laut einer EU-Studie von 2014 wurde allein in Europa jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von körperlicher und/ oder sexualisierter Gewalt. Weltweit sind laut WHO (2017) sogar 35 Prozent der Frauen betroffen.

Gewalt an Frauen hat viele Gesichter. Neben Kriegsverbrechen, häuslicher Gewalt in Partnerschaften, Zwangsverheiratung, sexualisierter Gewalt oder Körperverletzungen und Genitalverstümmelungen haben auch seelische und emotionale Verletzungen gravierende Folgen. Betroffene können Traumatisierungen erleiden und an Folgestörungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung erkranken. Auch depressive Episoden, Angststörungen, sozialer Rückzug und emotionale sowie finanzielle Verarmung können Folgen von Gewalterfahrungen sein. Anlässlich des Aktionstageszeigt der FMGZ MEDEA e.V. in Kooperation mit der Fachstelle für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in Dresden und dem Frauen*NestWerk den Film „In search…“. Er thematisiert weibliche Genitalverstümmelung und wird am 25. November um 19 Uhr im Zentralkino Dresden gespielt. Im Anschluss stehen die Mitarbeiterinnen vor Ort für Fragen und Austausch zur Verfügung.

Aufgrund der derzeit gültigen Corona- Schutzverordnungen bitten wir um eine vorherige Anmeldung unter: praktikantin@medea-dresden.de bis zum 22.11.2021.

Da die Platzkapazitäten begrenzt sind, empfehlen wir eine rechtzeitige Ticketreservierung.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Dresden statt.

Abschlusserklärung 150 Jahre § 218 Strafgesetzbuch

Die Abschlusserklärung des Kongresses „150 Jahre § 218“ wurde von mehr als 100 Verbänden, Organisationen, Institutionen und Netzwerken unterschrieben sowie von mehr als 600 Personen.  Dies ist ein großer Erfolg und ein Zeichen für den starken gesellschaftlichen Rückhalt hinter der Forderung einer umfassenden gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs außerhalb des Strafgesetzes. Nun gilt es, dieser Forderung in der politischen Arbeit auf allen Ebenen Nachdruck zu verleihen. Sie finden die Erklärung hier.

Safe Abortion Day – 150 Jahre Widerstand gegen §218 StGB

Seit nunmehr 150 Jahren verankert der §218 die Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen im Strafgesetzbuch. Die geschichtlichen Zusammenhänge machen dabei deutlich, dass die Thematik immer wieder für die Interessen der jeweiligen Machtinhaber missbraucht, nicht aber im Sinne der betroffenen schwangeren Personen verhandelt wurde. Das Ergebnis ist erschreckend. Die Verankerung im Strafgesetzbuch stigmatisiert und kriminalisiert sowohl die Betroffenen als auch das Fachpersonal, das die Eingriffe vornimmt. In der Folge existieren bis heute keine medizinischen Leitlinien zur sicheren Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs und das gesamte Prozedere ist noch immer kein fester Bestandteil der Ausbildung von Ärztinnen. Die Möglichkeit sich strafbar zu machen verunsichert die Ärzteschaft und hat zum Ergebnis, dass seit 2003 die Zahl von Praxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, um rund 40%, gesunken ist. Bei den wenigen Gynäkologinnen, die die Eingriffe durchführen, kommen immer wieder veraltete Methoden wie die Ausschabung zur Anwendung. Dabei stehen mittlerweile sicherere und nebenwirkungsärmere Verfahren zur Verfügung, wie Medikamente oder die Vakuumaspiration.
Doch die Betroffenen stoßen schon viel früher auf unter Umständen folgenschwere Hindernisse. Wer in Deutschland eine Abtreibung vornehmen lassen möchte, muss mindestens drei Tage vor dem Abbruch eine Schwangerschaftskonfliktberatung wahrnehmen, die nicht von der behandelnden Ärztin durchgeführt werden darf, sondern nur von dafür anerkannten Beratungsstellen. Menschen, die ihre Schwangerschaft gerade erst bemerkt haben, geraten so unter Umständen in Zeitnot, da in Deutschland nur bis Ende der 12. Woche nach der Empfängnis ein Schwangerschaftsabbruch im Rahmen der sogenannten Beratungsregelung zulässig ist. Für die verpflichtende Wartezeit zwischen Konfliktberatung und Abbruch gibt es allerdings keine medizinische Grundlage. Es ist eine politische Entscheidung.
Es ist überfällig, den Betroffenen mehr Rechte und Entscheidungsspielraum sowie den barrierefreien Zugang zu einem Abbruch als öffentliche Gesundheitsleistung zu gewähren. Der internationale Vergleich zeigt, dass der legale, flächendeckende und hürdenfreie Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in erster Linie nicht die Anzahl der Eingriffe erhöht, sondern die medizinische Sicherheit. Auch internationale Organisationen wie die WHO oder die Frauenrechtskonvention der UN (CEDAW) fordern deshalb die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und die Bereitstellung dieser als öffentliche Gesundheitsleistung. Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch sind außerhalb des Strafgesetzes möglich und nötig, beispielsweise in Sozialgesetzbüchern oder innerhalb der für den Gesundheitsbereich geltenden Rechtsordnungen.
Das Recht auf Abtreibung muss unter völliger Straffreiheit gewährt werden. Dafür setzen wir uns ein am 28. September zum Safe Abortion Day.

Sozial aus der Krise

Am 13.7. folgten unsere Mitarbeiterinnen Franziska Miksch und Angelika Römmermann der Einladung der Stadtratsfraktion DIE LINKE, mit der Bürgermeisterin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen, Frau Dr. Kaufmann, und der Stadträtin Pia Barkow zur soziale und gesundheitliche Lage der Frauen, Mädchen und Familien in Dresden zu diskutieren. Dreh- und Angelpunkt waren die Auswirkungen der Coronapandmie, die wir in unserer Arbeit wahrnehmen und der Austausch zu Maßnahmen, die den bereits sichtbaren negativen Folgen der Pandemie – wie Anstieg depressiver Symptome, soziale Ängste und Zunahme von Gewalt – entgegensteuern können.

Im Rahmen dieser Veranstaltung übergab Frau Römmermann der Bürgermeisterin auch die Forderungen an die Kommunalpolitik, die das Fachpublikum im Rahmen des Fachtages „Müttergesundheit“ des Netzwerkes Frauengesundheit in Kooperation mit der EAF Sachsen am 16.5.21 aufstellte.

Ein Video der Veranstaltung „Sozial aus der Krise“ kann unter folgendem Link aufgerufen werden.